Ich
habe mich zum Sterben entschlossen und mich der betreffenden Dienststelle
angemeldet. Man zeigt mir das Vorgehen, das eher einer Hinrichtung gleichkommt.
Der Klient muss in einer Art grosser Tasche hinknien, auf ein darin
ausgebreitetes Badtuch, das auf alten Zeitungen liegt. Der Exekutor nimmt
darauf ein schweres grosses Rad und schlägt dem Klienten damit den Kopf ab. Das
sei etwas brutal, sagt ein Beamter lächelnd, aber völlig schmerzlos. Als Termin
wird der 4. Juli festgesetzt. Es bleiben mir somit noch zwei Tage. Mein
Entschluss steht trotz dieser ungewöhnlichen Prozedur fest.
Montag, 13. März 2023
Montag, 6. März 2023
Kleine
Gesellschaft, kluge Leute, aber meiner Meinung nach nicht so belesen wie ich es
bin. Man spricht von Goethe und Kleist. Ich mische mich ein und rede, ohne
wirklich etwas davon zu verstehen, von vielen Gemeinsamkeiten, die es zwischen
den beiden geben würde. Ich erwähne dabei vor allem ihre «Helden», den Faust
und den Achill (in der «Penthesilea»), was natürlich, wie ich nach dem Erwachen
denke, völlig unsinnig ist.
Samstag, 4. März 2023
Mit
Bekannten bin ich auf dem Heimweg. Wir hatten eine Tagung an einem Ort in den
Alpen. Er liegt zwischen hohen Bergen an einem See. Wir wohnen alle in einer
kleinen Stadt am Ende dieses Sees und wandern nun am Abend zurück. Unterwegs
aber sehen wir hoch oben am Berg überhängende Felsen, ganze Wände, die
abzubrechen drohen. Sie brechen auch wirklich ab und stürzen und rollen nun auf
uns zu. Wir gehen schnell zurück und weichen so dem Bergsturz aus. Einzelne
Felsbrocken fliegen aber auch wie Geschosse über und neben uns in den See,
treffen uns aber nicht.
Dienstag, 21. Februar 2023
Es
ist eine Tagung festgesetzt worden. an der die Zukunft der sozialdemokratischen
Partei diskutiert werden soll, die in der letzten Zeit viele Wahlen verloren
hat. Eine Viertelstunde vor Beginn ist aber noch niemand gekommen, nur der
Parteipräsident erscheint, ein älterer Herr, der wenig Einfluss hat und
niemanden zu begeistern versteht. Er ist ratlos und traurig, dass kaum jemand
gekommen ist. Schließlich ist aber doch eine kleine Gruppe da, einige Stühle
sind besetzt. Der Parteipräsident hat außerdem auch noch Herr Blocher
eingeladen, in der Hoffnung, dass damit noch mehr Genossen an diese Tagung
kommen. Neben den Tischen stehen viele Kartonschachteln, die gefüllt sind mit
Eingaben und Ideen, die aus der ganzen Schweiz eingetroffen sind. Was wollen
wir aber jetzt damit anfangen? Wir können diese Eingaben unmöglich alle lesen
und verarbeiten. Es herrscht allgemeine Ratlosigkeit. Jetzt erscheint der alte
Blocher. Er schweigt und scheint verärgert über das für seine Begriffe viel zu kleine
Publikum. Wir fühlen uns unwohl. Unser Präsident ist ein lieber Mensch, der es
allen recht machen will und gute Absichten hat, aber völlig erfolglos agiert.
Was soll Blocher jetzt hier sagen? Uns etwa Ratschläge geben? Unser Misserfolg
müsste ihn ja eigentlich freuen.
Donnerstag, 16. Februar 2023
Ich
bin in Winterthur, wo ich vorübergehend wohne, hinter dem Technikum auf der
Wildbachstrasse, Bekannte reden mit mir, alte Männer, Dorfbewohner. Eine Katze
läuft mir zu, rot und grau gesprenkelt. Ich nehme sie zu mir, muss aber später
auf den Zug, nach Zürich. Ich komme später zurück und will nun einen Platz für
sie finden. Ich trage sie zurück zur Wildbachstrasse, wo sie aber sogleich
zielbewusst wegspringt, zu einer grossen Wiese, auf welche andere Katzen
liegen. Sie weiss offenbar, dass sie dort zuhause ist. Die Katzen erhalten dort
Futter und leben in einer Art Katzenasyl. Ich treffe die Bekannten wieder,
einer von ihnen ist ein Bauer, der gleich anschliessend an das Katzenasyl
Felder besitzt. Er weiss aber nichts von diesen Katzen und ist erstaunt, als
ich ihm davon erzähle. Wie heisst er nur? Ich kenne ihn seit langem, aber sein
Name ist mir entfallen, was mir peinlich ist, denn hier begrüsst und
verabschiedet man sich immer mit dem Namen. Heisst er vielleicht Gerber?
