Wir, meine Frau und ich, machen Ferien in
«Brescia», einer grossen alten italienischen Stadt, die am Meer liegt. Mit uns
Ferien macht auch ein alter Kollege, ein Bibliothekar, der mit dem Vespa
unterwegs ist. Wir hingegen haben ein Auto. Wir würden eigentlich gerne an den
Strand gehen, er aber möchte in der Stadt bleiben. Wir sind etwas widerwillig
bereit dazu. Heute wollen wir uns in der Innenstadt treffen. Wir wohnen etwas
oberhalb der Altstadt in einem Hotel, mein Bekannter hat anderswo eine
Unterkunft. Ich gehe also mit meiner Frau hinunter in die Stadt. Es ist dabei
nicht leicht, den richtigen Weg zu finden, weil eine grosse, stark befahrene
Strasse überquert werden muss. Meine Frau meint, wir sollten nach links gehen.
Dies würde aber einen sehr weiten Weg bedeuten, da links eine Schlucht beginnt,
über die keine Brücken führen. Also gehen wir nach rechts. Dort weiss ich, dass
es einen Durchgang durch die Häuserzeilen gibt, der schwer zu finden ist. Wir
gehen zuerst an diesem Eingang vorbei, kehren dann aber zurück und finden ihn.
Es ist ein gewöhnlicher, sehr langer und enger Hausgang. Vor uns geht eine
Frau, sonst ist niemand zu sehen. Könnte es hier nicht gefährlich sein? In
einer Nische steht ein junger Mann, der uns anspricht und über Geldfragen und
Tauschgeschäfte reden will. Wir weisen ihn ab und gehen schnell weiter. Kurz
vor dem Ausgang sitzen Leute am Boden, um sie herum flattern Vögel. Wir müssen
über sie hinwegsteigen und kommen dann wirklich in die Altstadt. Dort hatten
wir auch irgendwo unser Auto parkiert, vielleicht in einer Zone, in der
Gebühren bezahlt werden müssen. Wir befürchten eine Busse und müssen nun das
Auto suchen, weil wir nicht mehr genau wissen, wo wir es hingestellt haben.
Auch unseren Bekannten werden wir suchen müssen, wir sollten ihn ja hier in den
Innenstadt treffen. Nie mehr, sagen wir zueinander, werden wir Ferien mit einem
Bekannten machen.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen