Dienstag, 10. März 2020

Eine grosse, sehr anspruchsvolle Wanderung steht bevor, über schmale Gebirgspfade, in einem unwegsamen Gebiet. Mutig ziehe ich los, begleitet von einem Klassenkameraden. Man sagt uns noch, dass wir uns nach den Sternen richten sollen, ein Sternbild zeigt genau die Richtung an, die wir einschlagen müssen. Zunächst geht es über eine weite, felsige Ebene, dann sind hohe Gebirge zu überqueren. Wir haben das Glück, am Fusse des Gebirges gleich auf den Pfad zu stossen, der kilometerlang schräg an einem steil ansteigenden Vorgebirge emporführt. Es ist kein eigentlicher Pfad, sondern ein schwerer Aufstieg, bei dem uns die Bergschuhe sehr nützlich sind. Weiter oben sehen wir aber Gruppen, die uns entgegenkommen, eine Frau stösst sogar einen Kinderwagen. Nach diesem ersten Aufstieg erwarten uns noch grosse weitere Aufgaben. Der Pfad ist kaum mehr zu sehen und führt über Felsen steil hinauf zu einer Alphütte, einem kleinen «Heimetli». Dieses steht direkt auf dem Weg, wir müssen daher durch dieses Haus hindurch. Wir klopfen an und wollen uns entschuldigen für die Störung. Ein alter Bauer öffnet uns, führt uns durch den Stall und fragt, ob wir das Schauspiel sehen wollten. Wir sind neugierig und sagen ja. Musik ertönt, wenn ich mich nicht täusche, ist es die Ouverture zu Rossinis «Wilhelm Tell», und der Bauer lässt nun eine grosse Zahl von kleinen Ziegen oder Steinböcken in den Raum. Die Tiere tanzen im Rhythmus der Musik, rennen herum, so gut sie es im Gedränge können, und stossen uns dabei mit ihren kleinen Hörnern. Es scheint sich um eine Darbietung zu handeln, die die Bauern den Wanderern zeigen, um etwas zusätzliches Geld zu verdienen. Was sollen wir denn bezahlen, frage ich meinen Wanderkameraden. Zwanzig Franken, denke ich, sollten wir doch wohl geben. Die Idee, das seltsame Schauspiel zu filmen, kommt mir leider zuspät. Ich ziehe meine alte 8mm-Kamera aus dem Rucksack und komme gerade noch dazu, die letzten Sekunden des Tanzes der Geissen aufzunehmen.


Freitag, 6. März 2020


Wir besuchen einfach so, ohne nähere Bekanntschaft, einen Seeländer Bauernbetrieb. Wir sind gegen zwanzig Personen, die ganze erweiterte Familie plus Anhang, und werden gut aufgenommen und reichlich bewirtet. Ein älterer Mann hält sogar eine kleine Ansprache und gibt seiner Freude Ausdruck, dass so wichtige Persönlichkeiten zu Besuch gekommen sind, die sogar grosse und teure Yachten besitzen. Er erwähnt sogar die Marke der Yacht, sie ist eine N3-215X. Nach einem Imbiss gehen wir in den Hof und besichtigen die Gebäude. Ich möchte Fotos machen, muss aber den Fotoapparat zuerst im Gepäck suchen. Dann laufen Besucher und Gastgeber, darunter auch viele Kinder, eifrig herum und sind nicht dazu zu bringen, zusammenzustehen für ein Gruppenfoto. Nur die Bäuerin, eine hübsche junge Frau in sehr sauberer weisser Bluse, steht für einen Moment still, wobei die Foto aber misslingt, weil der Apparat nicht funktioniert. Ich frage sie, wieviele Kinder sie habe. Acht, sagt sie. Und ob sie Hilfe habe im Haushalt? Nein, lacht sie, sie mache alles alleine, auch die heutige Bewirtung. Dann spiele ich mit den kleineren der Kinder. Sie sind sehr lebhaft und drücken mich zu Boden. Ob sie alle den gleichen Charakter hätten, frage ich sie. Nein, rufen sie, jedes sei anders. Ein Knabe trägt eine Brille und sieht sehr intellektuell aus. In einem Nebengebäude entdecken wir eine dunkle Höhle, mit Tischen und Sitzplätzen. Es ist ein Nachtklub. Die Bauersleute besitzen also auch einen Nachtklub, was womöglich schöne Einkünfte bringt und ihren Wohlstand erklärt. Halten wir sie nicht auf? Sollten wir uns jetzt, am Nachmittag, nicht verabschieden? Nein, sagt man uns, und führt uns zu einem langen Tisch, auf dem nochmals ein grosses Buffet bereit steht. Die Lage wird für uns fast etwas peinlich, denn wir haben praktisch nichts mitgebracht. Sollten wir nicht, sage ich zu meinen Schwiegersöhnen, noch ein weiteres Geschenk geben, zum Beispiel jedem Kind zehn Franken? Ich bekomme keine Antwort, man schwatzt, man trinkt, man geht herum und besichtigt Kühe und Käserei.

Montag, 2. März 2020


Ich habe ein grosses juristisches Examen bestanden, das wichtigste und schwierigste der Welt. Mit viel internationalem Recht. Ich fahre jetzt mit einem Kollegen, eigentlich fast einem Freund, auf dem Velo zur Preisverleihung. Wir haben beide lange schwarze Umhänge, eine feierliche Kleidung, die sich beim Fahren gewaltig aufbläht. Wir tragen auch einen hohen schwarzen Hut, in der Form, wie sie die Köche haben. Die Menschen machen uns voller Ehrfurcht Platz. Dass mein sehr kluger Kollege, Jurist und weitaus klüger und gebildeter als ich, das Examen bestanden hat, wundert mich nicht. Dass aber ich es bestanden habe, ist mir unerklärlich. Angekommen, gratulieren uns viele Würdenträger und sagen, dass uns nun jede Stelle offenstehe, auch die allerhöchsten. Ein solchen Amt aber wünsche ich gar nicht, ich will doch mein Privatleben nicht aufgeben und die Auszeichnung hat für mich eigentlich keinen Wert.

Freitag, 21. Februar 2020


Ich befinde mich am späten Abend in einem grösseren Spital und sollte nach hause fahren. Ich habe einen Fahrplan, der zeigt, dass verschiedene Linien den Spital bedienen. Die einzige Linie, die am Abend noch fahre, wird mir gesagt, sei die E-Linie, die nun aber auch nicht mehr komme. Ich erkundige mich bei einer Oberschwester, die sitzend die Aufsicht hat. Sie antwortet mir auf englisch und so kompliziert, dass ich nichts verstehe. Nun mischt sich plötzlich auch eine Patientin ein, die mit dem Rücken gegen uns liegt und soeben aus der Narkose erwacht ist. Sie murmelt eine mir unverständliche Antwort. Eine andere Dame sagt mir, die E-Linie sei noch gar nicht in Betrieb, sie sei nur geplant und ihr Fahrplan sei nur zur Information immit  allgemeinen Fahrplan aufgeführt.

Dienstag, 18. Februar 2020

Revolutionärer Wandel in der katholischen Kirche. Zwei meiner Enkelkinder, Mädchen, werden zu Kardinalinnen erhoben, vom Papst. Ich gehe nun mit ihnen zur katholischen Kirche in unserer Vorstadt, und will sie dort, nicht ohne Stolz, vorstellen. Man hat aber dort noch keine Kenntnis von diesen Ernennungen und ist sehr erstaunt. Der Pfarrer und ein Nationalrat, die vor der Kirche stehen, sind ziemlich überrascht und bestürzt. Es findet offensichtlich in der katholischen Kirche eine historische Umwälzung statt, über die aber noch nichts etwas bekannt geworden ist. Niemand weiss genau, was vor sich geht.

Donnerstag, 13. Februar 2020


Wir sind Orchestermusiker, klassische Musik, und befinden uns auf einer Konzertreise. Es ist Morgen, wir sind in einem Hotel und gehen alle miteinander hinunter zum Frühstück. Ein Kollege ist aber schon da, hat schon gegessen und steht jetzt auf. Er wird gefragt, warum er schon gegessen habe. Er ist böse, weil ihm bei einem anderen Anlass jemand vorgezogen worden war, und sagt, er habe jetzt wenigstens der erste sein wollen. Unser Dirigent ist beunruhigt und fragt ihn, sehr vorsichtig, ob er aber am Abend spielen werde. Das falle ihm nicht ein, sagt der Musiker. Das bringt uns alle in grosse Schwierigkeiten, denn unser Orchester ist klein und der Kollege hat am Kontrabass eine wichtige Aufgabe. Es fast nicht möglich, ohne ihn aufzutreten.

Mittwoch, 12. Februar 2020

Später sind wir Angestellter in einem Pornokino, wir haben uns im Vorraum aufzuhalten, als eine Art Aufpasser oder Schlepper, der die Menschen ins Kino bringen soll. Der Vorraum ist zur Strasse hin offen, dort gehen viele Menschen vorbei, mich ziehen aber die Filme an, ich würde sie gerne sehen, kann aber immer nur von Zeit zu Zeit für ein paar Sekunden durch die Schwingtüren etwas von dem erhaschen, was gezeigt wird. Es gibt zwei Vorführräume, und in beiden laufen Filme von einer Art, wie wir sie nicht kennen, ziemlich schmutzige Streifen, aber von ganz ungewohnter Phantasie und Spannung.