Sonntag, 11. August 2019


Arbeit in einer grösseren Bibliothek. Ich lese nicht nur, sondern beobachte auch die Studentinnen. Eine einsame dunkle Schönheit gefällt mir besonders, eine Spanierin. Ich spreche sie an, schwatze viel, rede schnell einmal von Liebesglück und komme damit, nach einigem Widerstand, zu einer überraschend guten Beziehung, zu einer geradezu festen Verbindung. Am nächsten Tag sind wir mit einer grossen Gruppe, zu der auch meine neue Bekannschaft gehört, auf Reisen. Auch unsere ganze Familie ist dabei, mitsamt meiner Mutter und meinen Enkelkindern. Irgendwo unter den Leuten ist auch die Somma, ich sehe sie allerdings nicht. Meiner neuen Bekanntschaft gehe ich aus dem Weg, denn ich möchte dieses Verhältnis nicht mehr weiterführen oder jedenfalls nicht vor allen anderen zeigen. Bei einem kleinen, am Meer gelegenen Bahnhof, wo alle auf den Zug warten, tritt die junge Spanierin zu mir und fragt ungehalten, warum ich sie meiden würde. Es sei doch ein sehr schöner Tag, und wir könnten es jetzt schön haben miteinander. Ich verweise auf die Familie um die ich mich kümmern müsste. Meine Mutter ist ja auch dabei und hat beim Gehen grosse Schwierigkeiten. Vorhin, auf einem schmalen schlechten Waldweg, der bergauf führte, hatte sie grösste Schwierigkeiten. Ich musste ihr die Hand geben und sie stützen und ziehen. Die junge Frau sieht, dass ich mich nur herausreden will, und trennt sich enttäuscht und zornig von mir. Ich bemerke erst jetzt, dass sie gar nicht so schön und jung ist, wie sie mir gestern schien. Dann Fahrt mit Zug, zuerst nur wenig über dem Meeresspiegel über Felder und weite Ebenen, dann aber auch auf einem Damm übers Meer. Es ist dies die Nordsee, und wir sind in der Nähe von Rotterdam. Der Damm ist schmal und liegt nur wenig über dem Meeresspiegel, so dass die Fahrt einer Schiffahrt gleicht. Es hat Wellen und überall Gischt. Nass werden wir nicht, aber Sorgen haben wir, wegen den Kindern. Sind sie gesichert, halten sie sich auch fest? Wenn sie über Bord gehen würden, wäre es unmöglich, sie zu retten. Dann steigen alle aus, jetzt in einer spanischen Stadt. Unsere grosse Reisegruppe geht durch eine Vorstadt. Wir verlieren einander schon dort, noch vor der weltberühmten Altstadt mit der schönsten und grössten Kathedrale der Welt. Ich bin begeistert und möchte sie gleich mit meinen Angehörigen besuchen. Aber wo sind sie denn, und wo sind anderen? Wird sich unsere Gruppe hier wieder zusammenfinden?

Montag, 5. August 2019


Meine Frau und ich sollten einen vielfarbigen Stadtplan von Wien abzeichnen, den ein Künstler so ungefähr im Stil von Hundertwasser angefertigt hat. In der Mitte befindet sich der berühmte grosse Bahnhofplatz, historisch gewachsen und daher unregelmässig, mit vielen Ecken, manche dicht nebeneinander, andere durch Häuserfronten von vielleicht zweihundert Metern Länge getrennt. Von diesem Platz aus führen (auf unserem Kunstwerk) keine Strassen, sondern nur lange schnurgerade Linien, auch sie manchmal nahe beieinander und dann wieder weiter voneinander entfernt. Alles in allem entsteht so das Bild einer vieleckigen Sonne, von der aus unregelmässigen Abständen Strahlen ausgehen. Die Flächen zwischen den Strahlenlinien sind, meist mit schwachen blassen Farben, ausgemalt. Manche Flächen, vor allem die sehr schmalen, sind noch durch gerade Linien unterteilt. Die so entstandenen kleinen Felder sind sodann mit kräftigeren starken Farben bemalt worden. Wir überlegen uns nun, wie wir das Bild kopieren und die Arbeiten aufteilen können.

Donnerstag, 1. August 2019


Langer Militärtraum. Es ist 9 Uhr, ich befinde mich mit meiner gesamten Ausrüstung und vielen persönlichen Sachen in einer Unterkunft in der Nähe der Schanzenpost, wo ich eine offenbar recht gemütliche militärische Dienstleistung absolviert habe. Um zehn Uhr beginnt jetzt aber eine weit wichtigere, sehr ernsthafte Dienstleistung, eine längere Schule. Antreten mit der vollen Ausrüstung ist irgendwo beim Bundehaus West oder beim Bernerhof, so genau weiss ich es gar nicht, ich habe den Einberufungsbefehl irgendwo verlegt. Jetzt aber muss in grösster Eile gepackt werden. Ich stelle fest, dass ich niemals alles einpacken kann, denn ich habe neben den normalen Ausrüstungsgegenständen noch viele persönliche Utensilien bei mir, vor allem ein ganzes Bücherbrett mit etwa zwei Laufmetern Taschenbüchern. Allein etwa sieben Bände Proust. Warum ist das alles noch da? Ich hätte doch Gelegenheit gehabt, das meiste in grossen Paketen nach Hause zu schicken! Ich beginne eifrig zu packen, noch im Pijama und im Trainingsanzug. Der Effektensack wird prall gefüllt und somit sehr schwer. Der Rucksack erweist sich als sehr geräumig, dort verschwinden die Bücher. Eine mir bekannte ältere Putzfrau hilft mir dabei und sagt, sie würde auf die Sachen, die ich zurücklassen müsste, aufpassen. Zurücklassen muss ich doch einiges, eine Kaffeemaschine zum Beispiel, schöne teure Kaffeetassen und viele Toilettenartikel. Jetzt ist es 9.45 Uhr. Die einberufenen Soldaten sind gewiss schon am Einstehen, vom Feldweibel aufmerksam beobachtet. Wenn ich jetzt erscheinen würde, würde ich ihm bereits unangenehm auffallen. Dabei ist noch nicht klar, ob ich mit dem jetzt gefüllten unglaublich schweren Rucksack und dem ebenso schweren Effektensack überhaupt gehen kann. Ich bin auch noch gar nicht angezogen, die Uniformstücke hängen an der Wand, und ich sollte zudem noch auf die Toilette. Dort muss ich warten und verliere weiter Zeit, weil ein anderer sein Geschäft verrichtet. Jetzt steht endgültig fest, dass ich wahrscheinlich eine ganze Stunde zuspät kommen werde. Gibt es einen Ausweg? Ich könnte meinen jetzigen Kommandanten fragen, der in einem Büro in der Nähe auch letzte Arbeiten erledigt, ob er mich entschuldigen könnte. Das wäre nicht undenkbar, und meine Verspätung würde vielleicht entschuldigt, wenn sie sich militärisch begründen liesse. Aber wird er das machen, und wie kann er mit meiner neuen Einheit überhaupt Verbindung aufnehmen? Vieles ist unklar. Noch bin ich nicht angezogen, noch weiss ich nicht, ob ich mit allem Gepäck überhaupt losziehen kann. 

Freitag, 26. Juli 2019

Wir sind in den Ferien, in den USA, nehmen an einer Veranstaltung teil, etwas Kommerzielles, Komisches, Amerikanisches, an welcher Wettbewerbsfragen gestellt werden. Eine richtige Antwort bringt 10000 Dollar, und eine zweite richtige Antwort gar 100000 Dollar. Die Frau, die die Veranstaltung durchführt, wählt die Kandidaten aus, die zum Zuge kommen, sie wendet sich überraschenderweise auch an uns. Wir erhalten die grosse Chance, verstehen aber die Frage nicht genau, nehmen aber an, dass victorian die richtige Antwort ist und wollen das sagen, da hat aber bereits eine andere Teilnehmerin victorian gerufen, damit ist unser Anspruch verwirkt. Der Preis wird nicht ausgerichtet, wir erhalten aber einen Trostpreis, die Dame geht in ein Nebenzimmer und kommt mit drei Münzen zurück, die sie uns übergibt, es sind drei kleine silberne schweizerische Fünfzigräppler.

Samstag, 20. Juli 2019



Abend, Ende einer undefinierbaren Tagung, ich bin allein und habe einen langen Heimweg vor mir, alles zu Fuss, hinunter in ein Tal. Busse fahren keine mehr. Bevor ich mich auf den Weg mache, möchte ich aber noch etwas essen oder einkaufen und gehe daher in der Gegenrichtung einige hundert Meter hinauf, wo es, wie ich weiss, ein Restaurant geben soll. Die Strasse ist schmal und führt in einer langen Kurve zu einigen Häusern hinauf. Sie ist, bis auf ein sonderbares kleines blaues Lämpchen, das in den Boden eingelassen ist, unbeleuchtet. Ein Auto kommt mir entgegen, dann auch ein Velofahrer, ohne Licht und auf der falschen Strassenseite. Weiter oben erwarten mich verkommene, zerlumpte Jugendliche, die mich anpöbeln und bedrohen und Geld verlangen. Die Lage ist ungemütlich, das Restaurant auch von diesen Gestalten besetzt zu sein scheint. An ein Essen oder einen Einkauf ist nicht zu denken.

Freitag, 12. Juli 2019


Ein Bekannter von uns, fast so etwas wie ein Freund, hat einen Autounfall gehabt. In einem grossen komplizierten Kreisel, mit Ein- und Ausfahrten, ist er mit einem anderen Auto zusammengestossen. Der Schaden hält sich in  Grenzen. Seine Schuld ist nicht erweisen, aber der Fahrer des anderen Autos besteht darauf. Es scheint ein hartnäckiger, bösartiger Mensch zu sein, der nicht nur den Schaden bezahlt haben will (dazu wäre unser Bekannter bereit), sondern ganz allgemein Schadenersatzforderungen stellt und seine Fahrtüchtigkeit infrage stellt. Er will sie überprüft sehen und ist überzeugt, dass man ihm den Fahrausweis wegnehmen sollte. Unser Bekannter ist ein braver, gutmütiger Mensch, der durch dieses aggressive Verhalten ganz verunsichert wird. Gerade jetzt kommt er, um die Mittagszeit, von einer langen Auseinandersetzung zurück, in das Hotel, wo ich mit ihm an einer Tagung oder einer Zusammenkunft mit vielen Bekannten teilnehme. Um was es sich handelt, wird nicht klar, sowenig wie klar ist, in welchem Verhältnis er zu uns steht. Ich befinde mich zunächst allein in einem Saal, in dem nur einzelne Stühle herumstehen. Er setzt sich zu mir und erzählt von seinem Fall. Er sei nun so angeschlagen, dass er denke, er müsse einen Arzt aufsuchen. Heute Nachmittag um vier Uhr gehe es aber schon wieder weiter. Er habe eine Fahrprüfung und müsse mit Experten und seinem Widersacher besonders wieder den Kreisel befahren, in dem der Unfall geschah. Jetzt kommen andere herbei, nehmen einen Stuhl und setzen sich um uns herum. Schliesslich bildet sich ein Kreis von gewiss zwanzig Personen allen Alters. Sie haben noch nie von dieser Geschichte gehört, sind aber neugierig und wollen wissen, was passiert ist. Unser Freund, ein hagerer Mann mittleren Alters, berichtet nun allen von seinen Sorgen, aufgeregt, erschöpft, angeschlagen.

Dienstag, 2. Juli 2019


Irgendein Anlass, eine Konferenz in einer grossen spanischen Stadt. Es ist Abend, die Veranstaltung ist zu Ende, ich will zu Fuss zu meinem Hotel, das in einem schönen Stadtteil mit vielen prächtigen Gebäuden liegt. Ich kenne nur ungefähr die Richtung, in die ich gehen sollte und verirre mich im Gewirr der Strassen und der unübersichtlichen Topografie. Ich gelange in einen anderen Bezirk und zur riesigen, im Scheinwerferlicht erstrahlenden Kathedrale. Das ist mir auch recht und kein Problem, denn so kann ich in Ruhe noch diese Sehenswürdigkeiten besuchen und später dann den Weg nach meiner Unterkunft erfragen. Vor einem Seitenportal streiten zwei Frauen mit einem jungen Spanier. Die Frauen sind Kunstschaffende und arbeiten an einem Kunstprojekt. Der junge Mann bedroht sie mit einer Peitsche, wie sie hier offenbar die Einheimischen mit sich führen. Sie besteht aus einem Stab und einer langen dünnen Schnur. Wenn die Peitsche geschwungen wird, kann sie auf Gesicht und Körper feine Linien hinterlassen, die ein Leben lang zu sehen sind. Ich möchte keinesfalls in diese Auseinandersetzung verwickelt werden und gehe weiter. Dem Spanier aber gefällt das nicht. Er lässt von den Frauen ab und verfolgt nun mich als neues Opfer. Ich diskutiere mit ihm, wehre mich, erfolgreich sogar. Ich kann ihm die Peitsche entwinden und will sie nun eine steile Böschung hinunterwerfen. Der junge Mann wird ganz traurig und passiv und steigt nun selber hinunter die in kleine Schlucht und verschwindet dort. Ich will ihm die Peitsche nachwerfen, er verlangt aber gar nicht danach.