Donnerstag, 1. Oktober 2009

Und wir sind zum Tode verurteilt, werden geholt, aus der Todeszelle, und zur Hinrichtung durch die Giftspritze geführt, durch Gänge, Vorzimmer, Galerien. Wir haben keine Angst, es wird ja schon gehen, irgendwie werden wir erlöst werden von dieser Welt, auch wenn es vielleicht nicht ganz schmerzlos sein und einige Minuten dauern wird. Denn Pannen sind nicht auszuschliessen. Die Wärter, die uns führen, erwecken kein grosses Vertrauen, und die Verfahren der Hinrichtung sind scheinen veraltet. Ein Arzt ist auch erschienen, der uns eine grosse Spritze in den Oberarm verpasst. Sie werden so gar nichts spüren, sagt er, und pumpt aus einem altertümlichen Gerät einen halben Liter dubiose Flüssigkeit in unseren Arm, gruselige Militärmedizin. Wir aber hoffen, dass wir auch ohne diese Prozedur nichts spüren werden, beim heutigen Stand der Medizin sollte die Gefängnisindustrie doch in der Lage sein, einen Menschen schmerzlos hinzurichten. Man führt uns an einer dicken Glasscheibe vorbei, hinter welcher eben gerade eine Hinrichtung stattgefunden hat, ein Toter liegt dort auf einem Schragen, zusammengekrümmt. Es scheint, dass er nicht schmerzlos gestorben ist, aber gestorben ist er ja, immerhin, das ist die Hauptsache, und sterben werden jetzt auch wir. Wir haben keine Angst, auch nicht vor den Schmerzen, diese Schmerzen werden nicht ewig dauern, ewig können uns diese Idioten nicht plagen, einmal wird es vorbei sein, übrigens auch für sie.

Freitag, 25. September 2009

Mittwoch, 23. September 2009

Wir befinden uns in einer grösseren Gesellschaft, Reisegesellschaft, Kongress, kultureller Anlass, wir wissen nicht so recht, was es ist, auf jeden Fall herrschen gute Laune und lockere Sitten, es gibt verschiedene schöne Frauen, alle sehr zugänglich, es gibt Begegnungen, es bilden sich sofort Gruppen und Paare, wir werden begehrt, vor allen anderen. Einmal sitzen wir da, im Bademantel, eine grosse schöne blonde Frau neben uns. Sie sieht, dass wir einen Ständer haben, berührt die betreffende harte Stelle des Bademantels und spricht ihre grosse Bewunderung aus. Sie hat aber nicht gesehen, dass das, was sie für den Ständer hält, nur der unter dem Stoff sichtbare Teil des Gliedes ist. Der Ständer ist in Wirklichkeit ja noch viel grösser, wir greifen jetzt selber hin und zeigen es ihr, es ist ein Riesenständer. Sie lacht und will mit uns schlafen, es wird sofort ein Treffen abgemacht, um sieben Uhr. Später aber begegnen wir einer kleinen Schwarzen, die ebenfalls entzückt ist von uns und uns unbedingt sehen will, um fünf Uhr sagt sie, könne sie auf mein Zimmer kommen, wird würden dann zuerst duschen und nachher Liebe machen. Jetzt sind wir in Bedrängnis und wissen uns nicht mehr zu helfen, denn wir wissen sehr wohl um unsere Fähigkeiten, wir wissen, dass nicht beides geht, nicht zuerst um fünf und dann später noch um sieben Uhr.

Montag, 21. September 2009

Wir beziehen ein neues, noch ganz unfertiges Haus voller Bauschutt und Baumaterial, ein Anbau eines grossen Bauernhauses. Die Bauersleute sitzen müssig vor dem Haus und jödelen, wir aber wären verloren, wenn uns nicht der tüchtige Bruder mit acht kräftigen jungen Leuten zu Hilfe kommen würde. Ihr Anführer organisiert die nötigen Arbeiten und hilft, als Stärkster, selber mit. Mit einem Schrei zieht er die „Verteilzentrale“, einen fürchterlich schweren Klotz, einen Würfel mit einer Seitenlänge von etwa anderthalb Metern, an die richtige Stelle.

Mittwoch, 16. September 2009

Später bringen wir Kompost zu einer riesigen Kompostieranlage in B***, sie bedeckt das Areal der Gärtnerei Sch***. Die Abfälle, die wir bringen, werden zunächst in einer riesigen flachen Metallpfanne erhitzt und sodann auf den Kompost geschüttet. Der Energieaufwand für diese Art des Kompostierens muss enorm sein.

Sonntag, 6. September 2009

Ein Lauf findet statt, ein grosses Rennen über 15 Kilometer, das in heimatlichen Gefilden, auf einem ihm bestens bekannten, sehr angenehmen Waldparcours ausgetragen wird. Er ist schlecht vorbereitet, weiss aber, dass er sich nicht zu beunruhigen braucht. Seine Freunde und Bekannten werden ihn der Menge der Läufer ohnehin nicht sehen. Dennoch ist er Stunden vor dem Start schon heftig erregt und geht viel zu früh von zuhause weg. Er macht sich wie immer grosse Sorgen und befürchtet, nicht rechtzeitig zum Start zu kommen. Der Weg ist tatsächlich schwierig, Autos stehen im Weg, das Publikum drängt sich, Bekannte halten ihn auf, darunter auch Kameraden von den Pfadfindern. Am Ende verpasst er tatsächlich die Startzeit und kommt hoffnungslos zu spät und dabei erst noch nicht umgekleidet zum Start. Es ist halb acht Uhr. Jetzt erfährt er aber von einer allgemeinen riesenhaften Verspätung. Das Rennen hat eben erst begonnen, und zwar mit einem der unzähligen Vorläufe. Die Kategorie Soldaten ist soeben auf den Weg geschickt worden. Man erklärt ihm, dass das Hauptrennen, das er so sehnlichst erwartet hat, nicht vor morgens drei Uhr gestartet werden wird.

Samstag, 5. September 2009