Samstag, 11. Juli 2026

 

Ich war lange krank und kann nun endlich zurück in die Schule. Um drei Uhr beginnt in meiner Klasse eine Französischstunde. Ich komme etwas früher ins grosse Schulhaus, das mich immer beeindruckt hat, und gehe noch ins oberste Stockwerk, wo es, wie ich weiss, in der Bibliothek einen Kaffeeautomaten gibt. Einige alte Bekannte stehen dort, ältere Herren, die im Militärdepartement arbeiten und stets sehr wichtig tun. Sie erklären mir, dass sie den Automaten nicht mehr benützen, sondern den Kaffee mit Pulver und heissem Wasser selber anrühren, das sei besser. Unter ihrer Anleitung mache ich mir so auch einen Kaffee, der einen Franken kostet. Da ich noch einen Blumenstrauss in den Händen halte, hilft mir eine besonders wichtige Persönlichkeit, die über viele Verbindungen verfügen soll, beim Herausklauben der Münze aus dem Portemonnaie. Ich habe dort einige Zweifränkler und Fünfliber, ein Einfrankenstück ist nur mit Mühe zu finden. Mein Bekannter nimmt nun gleich eine Handvoll Münzen heraus und behält sie für sich. Ich protestiere und sage es seien fast dreissig Franken im Portmonnaie gewesen, jetzt hätte ich nur noch sieben. Die Herren beeindruckt das nicht, sie entrüsten sich eher über meine Kleinlichkeit. Ich gehe nun weg, mit dem Kaffeebecher und dem Blumenstrauss, hinunter in die zweite Etage und dort zum Schulzimmer. Die Schulstunde hat schon längst begonnen, es ist etwa halb vier Uhr. Ich trete ein und gehe durch die Klasse nach hinten zu meinem alten Platz, ohne dass der Unterricht unterbrochen wird. Werde ich nach der langen Abwesenheit den Anschluss wieder finden? Die Matur steht bevor!

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