Ich
bin mit einem alten Schulkameraden, dessen Name ich aber vergessen habe,
in einer Art Ferien. Wir sitzen draussen, vor einem grossen Restaurant, am
Strand. Es hat sehr viele Menschen, alle sitzen dicht gedrängt in mehreren
Reihen, wir vor einem kleinen Brunnen. Neben uns nehmen sechs ältere Herren
Platz, Schweizer, offenbar auch auf einer Reise, sehr gesetzte, vermutlich
gutsituierte Persönlichkeiten. Einer
beugt sich zu mir herüber und sagt, wir würden uns doch kennen, aus der Pfadi.
Er sei Pratzi. Ja, natürlich kenne ich ihn! Ich freue mich, ihn zu treffen und
sage, ich hätte mit ihm noch einiges zu besprechen. Ja, gerne, sagt er, spricht
aber wieder nur weiter in seinem Männerklub, wo es um juristische Fragen geht.
Einer der Herren, offenbar ein hoher Richter, erklärt, dass er heute keine
Hilfe mehr hätte bei der Auslegung von Gesetzen. Früher hätte er sich noch auf
die Ratsprotokolle der eidgenössischen Räte stützen können, heute sei das
unmöglich. Ich würde gerne dazu etwas sagen, wage es aber nicht, denn ich und
mein Kamerad gehören nicht in diese Gesellschaftsschicht. Später geht die
Gruppe ins Restaurant und fordert uns doch auf, mitzukommen, hier könnten auch
Pratzi und ich miteinander reden. Wir gehen mit, bevor ich mich aber setzen
kann, muss ich noch meine Perserkatze, die ich mitgeführt habe, aufs
Hotelzimmer bringen. Ich trage sie weg, erwische aber auf dem Weg zum nahen
Hotel noch die falsche Türe, gerate in die Küche des Restaurants und muss mich
dort bei der Wirtin entschuldigen.
Montag, 11. Juli 2022
Freitag, 8. Juli 2022
Ich
bin mit einer Reisegruppe, einem Weiterbildungs-Seminar, in einem
osteuropäischen Land, es könnte Rumänien oder Bulgarien sein. Wir gehen durch
eine Art Regierungsviertel, mit repräsentativen Bauten und Hochhäusern.
Helikopter fliegen unablässig herum, es sind wohl Minister oder hohe Beamte.
Wir lächeln über diese Unvernunft und sagen zueinander, dass dies in der
Schweiz ganz unmöglich wäre. Zwischen den Gebäuden hat es grosse Baustellen mit
Kranen und Gerüsten, auf denen sich die Bauarbeiter aber vergnügen. Wie
Akrobaten schwingen sie an elastischen Seilen hin und her, hoch hinauf und
wieder hinunter. Einer landet kopfvoran auf dem Boden und kann sich geschickt
auf den ausgespreizten Fingern auffangen. Später werden wir in Gruppen
aufgeteilt, und ich treffe unerwartet einen guten alten Bekannten, der in
verschiedenen hohen Funktionen gearbeitet hat und jetzt offenbar als Dozent
auftritt. Er ist überrascht, mich zu sehen, und fragt, in welcher Gruppe ich
sei. Eins, sage ich. Um was geht es, was wird von uns verlangt? Es scheint,
dass wir ausgebildet werden, um in Zukunft Kurse für das Top-Management zu
leiten. Das ist attraktiv, sagt mein Bekannter, der Stundenlohn liege zwischen
500 und 7000 Franken. Ich bin irgendwie überrascht, dass ich in diese
Gesellschaft geraten bin und nun solche Aufgaben erfüllen soll. Vom Stoff her
dürfte das kein Problem sein, denn ich bin klug und selbstbewusst. Aber wie
steht es mit meinem Auftreten? Mein Bekannter sagt, ich müsse auf jeden Fall
noch zu einem Modeberater und mich besser anziehen. Jetzt bin ich, das sehe ich
selber, schlecht angezogen. Ich trage einen älteren, schon etwas komisch
wirkenden Anzug und eine gar nicht dazu passende Krawatte.
Montag, 27. Juni 2022
Familienzusammenkunft.
Mütter und Tanten haben grosse Kuchen mitgebracht, die wir nun mit auf einen
Ausflug nehmen. Ich glaube nicht, dass wir alles essen können und frage, ob sie
damit eigentlich die ganze Stadt verwöhnen wollen. Es geht zu einem
Freizeitzentrum, das sich im obersten Stockwerk eines grossen Gebäudes
befindet. Wir fahren alle mit einem Lift hinauf in den 5. Stock. Dort geht es
zunächst in einen engen Raum und durch eine schmale Türe. Dann kommen wir in
ein grosses Zentrum, das sich wohl über mehrere Gebäude erstreckt. Es gibt
verschiedene Abteilungen, in denen Schulklassen Lehrwerkstätten besuchen
können, daneben auch ein grosses Selbstbedienungsrestaurant mit vielen langen
Tischen. Ein Schwager, ein sehr eifriger Handwerker und unermüdlicher Bastler,
erklärt mir, dass er zu seinem Velo unbedingt ein kleines Brett haben möchte,
das er aus Gründen, die ich nicht recht einsehen kann, am Gepäckträger
befestigen möchte. Ich sollte ihm bei der Beschaffung behilflich sein, habe
aber keine Ahnung, wie ich ihm helfen könnte. Ich verweise ihn auf die Lehrwerkstätte
für Schreiner, die es hier gibt. Dort könnte er sicher Brettchen aller Art
finden und sie selber zurechtschneiden. Das gefällt meinem Schwager aber nicht
so recht, er hatte gehofft, dass ich ihm helfen könnte. Jetzt versammelt sich
unsere Familie an einem langen Tisch, an welchem nun auch noch weitere Eltern
mit ihren Kindern Platz nehmen. Sie wurden, wie ich höre, ebenfalls eingeladen.
Auf dem Tisch stehen nun auch die Kuchen, worunter sich auch zwei lange Stollen
befinden. Angesichts der Gesellschaft, die sich jetzt versammelt hat, haben wir
keineswegs zuviel Gebäck mitgebracht. Einige Erwachsene sind zum Buffet
gegangen und stehen dort in der Schlange vor den Kaffeeautomaten. Ich frage
meine Frau, die sich schon gesetzt hat, ob ich ihr auch einen Kafi holen solle.
Samstag, 25. Juni 2022
Wir
besuchen in einem grossen Stadion eine Partie der Fussball-Weltmeisterschaft.
Alle haben Sitzplätze, wir einen Platz auf der hinteren Seite der Tribüne in
der untersten Reihe. Sehen kann man somit das Spiel nicht. Es hat aber noch
nicht angefangen, und wir hoffen, dass wir nach Spielbeginn irgendwo einen
besseren Platz finden können, vielleicht auf einer der Treppen. Der Modus
dieser WM ist kompliziert. Es gibt zwei Gruppen, ein Turnier mit den zehn
besten Mannschaften und ein Turnier mit 22 weiteren. Die besten zwei dieser 22
können dann auch noch in der oberen Gruppe mitspielen und haben somit noch
Chancen auf den Titel. Wir diskutieren untereinander über diesen Modus, als ein
Mann ohne Ticket durch die Kontrollen schlüpft. Er wird sofort verfolgt und
wieder hinausbefördert. Jetzt steht er aber uns gegenüber auf einem Gerüst und
bewirft uns mit Küchengeschirr, das er bei sich hatte. Zunächst sind es Teller,
denen wir ausweichen können und die neben uns zerschellen, dann einige Pfannen,
die ebenfalls keinen Schaden anrichten. Jetzt aber hat er noch drei grosse
Küchenmesser ausgepackt. Wenn er diese wirft, könnte es gefährlich werden. Wir
hoffen, dass jetzt die Sicherheitskräfte eingreifen, diese sind aber nicht zu
sehen.
Freitag, 17. Juni 2022
Ich
bin Ratsmitglied, in einem kleinen lokalen Parlament, sich in einem Schulhaus
versammelt hat. Als Arbeitsplätze dienen uns altmodische Pulte, an denen sonst
die Schüler sitzen. Die Post hat man uns, mangels geeigneter Fächer, einfach
auf den Boden gelegt. Dort liegen nun Geschenksendungen von Firmen, die sich um
unser Wohlwollen bemühen. Es sind, wie wir sofort sehen, bescheidene Gaben. In
durchsichtige Plastikumschläge eingepackt, finden wir zum Beispiel einige
kleine Tücher oder eine ganze Reihe von dunkelfarbigen dicken Socken. In einer
Ecke aber ergibt sich ein Gedränge. Ratskollegen bedeuten mir, dass ich doch
auch sofort dorthin gehen solle, dort verteile nämlich die Nationalbank
freizügig Goldmünzen, was dann doch etwas anderes sei als diese Socken. Ich
tadle meine Kollegen und sage, sie würden doch immer gleich ein Geschrei
machen, wenn ein Politiker auch nur ein Tüchli bekäme, und jetzt würden sie
Goldmünzen entgegennehmen.
Dienstag, 14. Juni 2022
Ich
schreibe eines meiner Gedichte ab, das in einiger Entfernung auf einem Zettel
an einer Mauer befestigt ist. Die Buchstaben sind klein und kaum zu lesen.
Mutti stört mich jetzt, sie will mir helfen, aber das will ich natürlich nicht.
Ich komme nicht weiter und muss die Arbeit nach etwa zehn Zeilen abbrechen.
Mutti selber arbeitet an einem Rätsel, das ebenfalls an der Mauer befestigt
ist. Dort ist eine lange Reihe von Grossbuchstaben zu sehen, die, in die
richtige Reihenfolge gebracht, einen Kurort im Jura ergeben sollen. Mutti wie
ich kommen nicht weiter. Der Name hat etwa fünfzehn Buchstaben, mit vielen H.
Mutti hat bereits die Buchstabenfolge HOH eingesetzt, was aber wohl nicht zu
einer Lösung führt. Ich bin ungehalten, sollte eigentlich etwas anderes machen.
Freitag, 3. Juni 2022
Ein
steinalter Herr geht vorbei, weisshaarig, soldatische Haltung, fester
Offiziersschritt, kerngesund, Bücher unter dem Arm. Es ist Ernst Jünger. Darf
man ihn vielleicht ansprechen? Hätte er Zeit für uns? Und was würden wir ihm
denn sagen? «Ich lese gerade sehr viel von Ihnen», könnte ich sagen, wüsste
aber dann keine Titel anzugeben und würde mich blamieren. Ist er es überhaupt?
