Irgendein
Anlass, eine Konferenz in einer grossen spanischen Stadt. Es ist Abend, die
Veranstaltung ist zu Ende, ich will zu Fuss zu meinem Hotel, das in einem
schönen Stadtteil mit vielen prächtigen Gebäuden liegt. Ich kenne nur ungefähr
die Richtung, in die ich gehen sollte und verirre mich im Gewirr der Strassen
und der unübersichtlichen Topografie. Ich gelange in einen anderen Bezirk und
zur riesigen, im Scheinwerferlicht erstrahlenden Kathedrale. Das ist mir auch
recht und kein Problem, denn so kann ich in Ruhe noch diese Sehenswürdigkeiten
besuchen und später dann den Weg nach meiner Unterkunft erfragen. Vor einem
Seitenportal streiten zwei Frauen mit einem jungen Spanier. Die Frauen sind
Kunstschaffende und arbeiten an einem Kunstprojekt. Der junge Mann bedroht sie
mit einer Peitsche, wie sie hier offenbar die Einheimischen mit sich führen.
Sie besteht aus einem Stab und einer langen dünnen Schnur. Wenn die Peitsche
geschwungen wird, kann sie auf Gesicht und Körper feine Linien hinterlassen,
die ein Leben lang zu sehen sind. Ich möchte keinesfalls in diese
Auseinandersetzung verwickelt werden und gehe weiter. Dem Spanier aber gefällt
das nicht. Er lässt von den Frauen ab und verfolgt nun mich als neues Opfer.
Ich diskutiere mit ihm, wehre mich, erfolgreich sogar. Ich kann ihm die
Peitsche entwinden und will sie nun eine steile Böschung hinunterwerfen. Der
junge Mann wird ganz traurig und passiv und steigt nun selber hinunter die in
kleine Schlucht und verschwindet dort. Ich will ihm die Peitsche nachwerfen, er
verlangt aber gar nicht danach.
Dienstag, 2. Juli 2019
Sonntag, 30. Juni 2019
In
einem Nebenzimmer des grossen Verhandlungssaales befindet sich ein seltsamer
Bittsteller oder Lobbyist, der von uns eine Spende verlangt. Wir geben sie,
mildtätig wie wir sind, und erhalten dann überraschend kleine Geschenke, drei
kleine Schokoladen, ein Schreibblöckli und einen Mini-Bleistift. Wir halten
alles in einer Hand und gehen damit durch die Gänge und Hallen. Eine
Abgeordnete tritt auf uns zu und erweist sich als anlehnungsbedürftig und
geradezu zudringlich. Sie ist klein und fein, nicht unschön, aber doch von
einem gewissen Alter, das ihr nicht mehr ohne weiteres Eroberungen garantiert.
Wir geraten in Verlegenheit, denn ums uns stehen überall Leute, die gewiss
genau beobachten, was die Dame mit uns vorhat. Wir halten uns zurück und
versuchen Vertraulichkeiten zu vermeiden. Unser Gespräch wird glücklicherweise
unterbrochen, durch einen Sekretär, der uns aufgebracht auffordert, doch in
Zukunft bitte die Türe zu seinem Büro geschlossen zu halten, es dringe immer
grosse Kälte ein. Wir können uns leicht verteidigen, sagen, dass wir mit dieser
Türe nichts zu tun gehabt hätten, was unsere Verehrerin bestätigen kann. Die
Türe sei soeben vom Schnee befreit worden, wir hätten sehen können, wie man den
Eingang freigeschaufelt habe.
Freitag, 28. Juni 2019
Komplizierter
Rückweg, mit einem Bus, der auf einer engen Strasse unglaubliche Kurven
bewältigen muss und dies auch sicher macht. Dann Fussweg, der über einen tief verschneiten
Bergkamm führt, zu einem sehr steilen Abstieg in ein Tal. Dieser Abstieg ist
vereist, wir könnten höchstens auf dem Hosenboden hinunterrutschen, was aber
sehr gefährlich wäre. Wir gehen daher weiter und kommen zu einem etwas
flacheren Abhang, wo wir wie ein Skifahrer in schräger Stellung auf den
Schneemassen stehend abrutschen können. Unten angekommen, geht es wieder
leichter vorwärts, es folgt ein betonierter Gehweg mit einem Geländer aus
Metall.
Freitag, 21. Juni 2019
Ich
übernachte allein in einem nicht besonders attraktiven Drei-Stern-Hotel in den
Bergen, mehrere Stunden Bahnfahrt von unserem Wohnort entfernt. Verrückterweise
ist mir die jüngere von unseren beiden Katzen gefolgt, durch die halbe Schweiz.
Ich sehe, wie sie im Hotel herumschwirrt. Einfangen lässt sie sich nicht. Am
späteren Abend aber, als ich in mein Zimmer gehe, das am Ende eines schmalen Ganges
liegt, finde ich sie, ganz zusammengekauert, auf der Türschwelle.
Donnerstag, 13. Juni 2019
Wir kommen ans Ende
einer kleinen Reise, einer Bergwanderung. Ich bin mit Kameraden unterwegs,
einer Mischung aus Klassenkameraden und Soldaten. Alle tragen eine Art
Kampfanzug. Jetzt, zum Schluss, geht es über steile Schneewände bergab. Wir
können hinabrutschen. Die Mutigen und Übermütigen wählen dabei die steilsten
Wände und sausen so in die Tiefe. Ich aber bin vorsichtig und rutsche auf
flacheren Stücken hinunter. Ganz unten geht es wieder kurz bergauf, hinauf in
sehr nassen und rosa und grün gefärbten Schnee. Die meisten von uns kommen mit
einer solchen Geschwindigkeit unten an, dass sie gleich hinauf in dieses Bad
fliegen. Sie lachen und jubeln und werden total durchnässt und bis zu den
Haaren eingefärbt. Es ist nicht zu sehen, wie sie sich wieder sauber machen
können. Aber das spielt keine grosse Rolle, denn unsere Fahrt ist ja zu Ende.
Ich aber suche einen Weg, auf welchem ich möglichst wenig von den Farben
abkriege. Das sollte möglich sein, denn es gibt Stellen, über die man
ungefährdet ans Ziel kommen kann.
Donnerstag, 6. Juni 2019
Dann
war er unerwartet und völlig unvorbereitet Kursleiter, an einem zweitägigen
Einführungskurs über Datenverabeitung. Obwohl er sich seit Jahrzehnten nicht
mehr mit diesen Stoffen befasst hatte, ging erste Kurstag problemlos vorbei, er
wusste nicht recht wie. Der zweite Kurstag sah nun, zu seinem Schrecken, eine
Einführung in die Programmierung vor. Er glaubte zwar zu wissen, was die
Programmierer leisteten, hatte aber keine Ahnung von den Programmiersprachen.
Und die Kursteilnehmer erwarteten bestimmt einzelne Beispiele von Programmen.
Er entschloss sich daher, in den wenigen Minuten, die ihm am Morgen für die
Vorbereitung blieben, ganz allgemein über Input, Verarbeitung und Output zu
reden. Das mochte doch wohl für einen Tag zu reden geben, wenn man alle
möglichen Formen von Input und Output und alle Fragen, die sich bei der
Verarbeitung stellten, theoretisch behandelte. Beim Input konnte er ja, als
Beispiel für die ersten Anfänge, mit der Lochkarte beginnen, dann übergehen zur
Eingabe von Daten am Bildschirm und dann von verschiedenen weiteren
Kommunikationsformen reden, von der Kreditkarte bis zum Iphone, und die Schüler
bitten, doch selber Beispiele zu nennen.
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