Mittwoch, 20. Mai 2026

 

Eine Sitzung findet statt, wegen einem Projekt, das in Schwierigkeiten geraten ist. Ich bin nicht Projektleiter, aber als Leiter des Dienstes auch davon betroffen und auch mitverantwortlich. Es sind höhere Beamte erschienen, Kontolleure, weiter auch zwei Beobachter aus Norwegen und Schweden. Auch der 94-jährige Politiker Bonny nimmt teil, von dem ich gelesen habe, dass er im Altersheim lebt. Er erinnert sich noch gut an mich und lacht, als er mich sieht. Das Altersheim sei eine gute Lösung, er habe einen Schlaganfall gehabt und könne nicht mehr alleine leben. Seine Stimme ist kräftig, sein Geist beweglich, wie in seinen besten Zeiten. Mit dem Gehen aber hat er Mühe, er steht ganz schief. Warum die Sitzung überhaupt stattfindet, ist mir nicht so recht klar. Wer soll das Protokoll führen, wer die Teilnehmerliste erstellen? Ich schiebe dem Norweger einen Zettel zu und bitte ihn, seinen Namen anzugeben. Dann fragt einer der Kontrolleure, ob wir einen Projektplan gehabt hätten. Mein Projektleiter wird verlegen und schweigt. Darf ich antworten, sage ich, und erkläre, dass es keinen Projektplan gegeben hätte, weil es sich um ein einfaches Projekt handle und wir schon mehrfach so gehandelt hätten, einfach mit Pflichtenheft, Ausschreibung, Wahl des Systems und Einführung. Es sei nicht nötig gewesen, eines der komplizierten Planungsinstrumente zu verwenden. Die Verzögerungen, die es gegeben hätte, seien erklärlich. 

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