Samstag, 20. April 2013

Mittwoch, 17. April 2013

Wir sind, seltsamerweise, eingeladen bei Benedikt von Tscharner von Aeltschts, einem ganz besonders vornehmen Adeligen. Er grüsst die Eintretenden nicht, sondern steht wie eine Bildsäule da, die Stirn hoch erhoben, vor einem Porträt, das ihn noch viel vornehmer und erhabener zeigt. Neben dem Porträt sieht er sogar ziemlich bescheiden aus. Er sollte nicht direkt vor das Porträt stehen, denken wir, denn so fordert er ja den direkten Vergleich heraus, und dieser Vergleich fällt zu seinen Ungunsten aus. Als alle versammelt sind und an den Wänden des Saals Aufstellung genommen haben, löst er sich aus seiner Erstarrung und reicht nun jedem die Hand, auch der pensionierte Staatssekretär Blankenburgh ist da. Wir stehen am Ende der Reihe und machen dort die Bekanntschaft von zwei jungen Herren, die uns einen ziemlich einfachen und dümmlichen Eindruck machen und gar nicht zur Gesellschaft zu gehören scheinen.

Samstag, 13. April 2013

 

Schwimmbad, in einem grossen Park, alles nicht besonders gepflegt und nicht auf dem neuesten Stand. Eine unscheinbare Frau bleibt neben mir stehen, lächelt, folgt mir, hakt mir unter. Ich presse sie an mich, sie leistet keinen Widerstand, will noch mehr. Wir gehen hinter eine Hecke, sie legt sich hin, ich dringe sofort in sie ein, sie küsst mich, gibt mir heftige Zungenküsse. Leute gehen an uns vorbei, beachten uns aber nicht. Was wir machen, wird hier offenbar geduldet und fällt gar nicht weiter auf. Wir machen weiter, ich habe eine erstaunliche Ausdauer, liebe ganz über meinen Kapazitäten.

Mittwoch, 3. April 2013


Wir nehmen an einem Volkslauf teil, der über fünf Runden à je 5,4 Kilometer führt, durch Wiesen und Wälder, aber auch durch einige grosse Gebäude. Es sind Tausende am Start. Dieser wird um 16.40 Uhr erfolgen. Wir gehören zu den älteren Teilnehmern und sind eigentlich so völlig untrainiert, dass wir gar nicht an den Start gehen sollten. Für Läufer wie uns gibt aber es eine Sonderlösung. Wir können beliebig früh starten, also zum Beispiel jetzt, um 15.20 Uhr. Wir machen von dieser Möglichkeit Gebrauch und laufen los. Wir hätten aber eine Startnummer beziehen sollen, ohne diese Startnummer ist der Lauf natürlich nicht möglich, und das Resultat kann nicht registriert werden. Wir rennen aber weiter und nehmen an, dass wir beim ersten Durchlauf durch das Ziel, der vielleicht noch vor dem allgemeinen Start erfolgen könnte, noch eine Startnummer lösen können. Beim Laufen treten unerwartete Hinderisse auf, bei denen Zweifel aufkommen, ob das Rennen überhaupt korrekt durchgeführt werden kann. Der Lauf führt nämlich auch durch Gebäude, eines davon ist vierstöckig, wir müssen ganz hinauf und auf der Dachterrasse weiter. Dort allerdings führt der Parcours durch eine kleine Toilette und dort hinaus durch ein winziges Fenster. Es ist nicht zu sehen, wie hier alle Teilnehmer ohne stundenlange Wartezeiten hindurchkommen können. Wir weisen darauf hin, und man verlegt nun den Lauf, er führt jetzt durch eine schmale Türe auf die Terrasse, wo aber noch einmal ein Durchgang erfolgt, durch eine Kabine oder eine Art Zollhäuschen. Hier stauen sich bereits jetzt die Leute auch ohne Läufer, es hat nämlich Besuchergruppen und viele andere Leute, die diesen Durchgang benützen. Wir drängen uns vor, kommen tatsächlich durch den Engpass, zusammen mit einer sportlichen jungen Arbeitskollegin, die vergnügt lacht und sagt, sie würde uns gerne begleiten, auch wenn wir viel langsamer laufen würden als sie. Beim Passieren der engsten Stelle berühren sich sogar unsere Wangen kurz im Gedränge. Wir traben weiter, in gemächlichem Tempo. Was uns betrifft, so ist nicht so sehen, wie wir die insgesamt fünf grossen Runden bewältigen können. Wir denken, dass wir vielleicht schon beim ersten Zieldurchgang aufgeben und die Startnummer gar nicht mehr beziehen.

Dienstag, 2. April 2013

Sonntag, 31. März 2013


Ich befinde auf einer hohen Autobahnbrücke, einer Terrasse für Fussgänger, die zu einem Gebäudekomplex gehört, und bin daran, einen Terrorakt auszuführen. Ich habe eine schwere Platte aus der Verankerung gelöst und will sie hinunter in den dichten Verkehr stürzen lassen. Sie bleibt aber in den Drähten des Eisenbetons hängen und schwebt und schwankt in der Luft. Es wird Alarm ausgelöst, nach einigen Minuten erscheinen Soldaten in Kampfanzügen, die mich abführen, in eines der grossen Gebäude. Es ist klar, dass mein Fall eine Ungeheuerlichkeit darstellt, die schwere Konsequenzen haben wird. Ich werde aber entsprechend unseren modernen Strafverfahren sehr human behandelt und komme zunächst in ein Fitness-Center, wo ein Therapeut mit mir Entspannungsübungen macht,  ganz einfache, chinesische Übungen, die mich beruhigen sollen. Dann erscheint ein nervöser, ärgerlicher Staatsanwalt, der meinen Fall hat übernehmen müssen. Es ist klar, dass es eine Staatsaffäre ist, die grosse Dimensionen annehmen wird. Eigentlich ist alles noch glimpflich abgelaufen und niemand zu schaden gekommen, und die Kosten für die Beseitigung der herausgelösten Platte werden sich in Grenzen halten. Der eigentliche Skandal liegt aber darin, dass ein ganz normaler, unscheinbarer, durchaus geschätzter Staatsbeamter in hoher Position einen so schrecklichen und unbegreiflichen Anschlag hat begehen können. Man wird hier Parallelen ziehen zu ähnlichen Fällen im Ausland, in den USA und in Norwegen. Mein Fall findet auch sofort grosse Beachtung, ein hochrangiger Parlamentarier erscheint, ein ehemaliger Ratspräsident, der sich zu mir setzt, mich ansieht, aber nichts zu sagen weiss. Er rückt näher zu mir heran, ich spüre plötzlich seine Zunge in meinem Mund und ziehe mich angewidert zurück. Ich befinde mich in einem grossen, offenbar gut gesicherten Komplex von Räumen, Sälen und Innenhöfen in welchem ich mich frei und unbegleitet bewegen kann. Alles ist in einem orientalisierendem Stil gebaut, etwas billig und vulgär. Ich sehe auch eine Art Kamel, ein sehr schönes weisses Tier, das von einem Herrn am Zügel geführt wird und sich sehr elegant und federnd bewegt, so gleichmässig, dass sich vielleicht um einen sehr raffinierten  Roboter handeln könnte. Es finden Versammlungen statt und Seminare von hohen Kadern aus Wirtschaft und Staat. Ich will nicht auffallen und sitze bescheiden in einer Ecke. Eine Gruppe wird von einem Trainer angeleitet, sie macht Kniefälle und bewegt sich, unter immer neuen Kniefällen, auf uns zu. Meine Lage ist unangenehm, bedrückend und äusserst peinlich. Wie soll es weitergehen, wie wird man meine Tat bewerten? Welche geheimen Pläne verfolgte er, als er diese Platte herauslöste, das wird die Hauptfrage sein, die man abzuklären versuchen wird. Ich habe keinen Zugang zu den Medien, nehme aber an, dass überall nur von mir gesprochen wird. Wird man mich zu einer Freiheitsstrafe verurteilen? Wird man Therapien anordnen? Sicher werde ich nicht mehr an meinen Arbeitsort zurückgekehren können. Aber ob man mir den Lohn noch bezahlen wird? Und was wird mit meiner Rente geschehen, die ich ja bereits in vier Monaten beziehen könnte? Warum habe ich nur diese Tat begangen, vier Monate vor meiner Pensionierung? Ich kann es selber nicht erklären. Und jetzt fällt ja auch noch eine wichtige Abmachung ins Wasser, ich hätte ja heute Sachmet treffen sollen, Sachmet, die ich lange nicht mehr gesehen habe! Und ich kann sie nicht einmal benachrichtigen. Immerhin fallen mir Worte für die Absage ein, ich hätte ihr schreiben können, dass unser Rendez-vous aus aktuellem Anlass wegfällt. Und was ist mit meiner Familie? Was werden meine armen Eltern denken, wie werden sie sich schämen müssen, sie, die immer so stolz auch mich waren. Ich warte nun, einigermassen gelassen, auf weitere Massnahmen. Es geschieht aber nichts. Hat man mich etwa schon vergessen? Ist vielleicht alles gar nicht so schlimm? Vielleicht gab es ja nur kurze Meldungen auf den hinteren Seiten der Zeitungen oder überhaupt keine.

Donnerstag, 28. März 2013


Wir befinden uns am Rande einer vielspurigen Ausfallstrasse einer riesigen Stadt. Ich bin mit meinem kleinen Bruder unterwegs, mit einem Mietauto, wir haben auf einem breiten Streifen Brachland angehalten, sollten aber eigentlich schnellstens zu einem in der Nähe liegenden grossen Konferenzhotel fahren, um dort unser Zimmer zu räumen und sodann zurückfahren zu unserer Familie, die irgendwo am anderen Ende der Stadt auf den Abflug in die Heimat wartet. Wir haben angehalten, um uns zu orientieren. Es ist schon Abend, und am Strassenrand versammeln sich Huren. Sie ärgern sich masslos über uns, weisen uns weg, und eine von ihnen sprayt jetzt sogar Reizgas in unser Auto. Ich halte den Atem an und springe aus dem Auto, der Bruder allerdings wird verletzt und schreit. Wir beide rennen der Strasse entlang weg, nicht in der Richtung, in der das Hotel liegt, sondern in die andere Richtung, aus der die Autos heranbrausen. Jetzt sollten wir aber keine Zeit mehr verlieren! Ich möchte so schnell wie möglich zurück ins Hotel, um die Koffer zu holen und das Zimmer abzugeben. Ich denke, dass ich dann im Hotel einen neuen Mietwagen übernehmen könnte. Ich lasse den Bruder am Strassenrand zurück, bei einer kleinen Bar und einem grossen Zaun, den ich mir leicht merken kann, wenn ich mit dem Auto wieder vorbeikomme. Wie das allerdings gehen soll, ist nicht ganz klar, denn die Autos hier fahren ja auf mehreren Spuren stadtauswärts, ich aber müsste in die Stadt zurück, müsste also zweimal irgendwo wenden können, was gewiss nur über einen grossen Kreisel oder Knotenpunkt möglich sein wird. Ich kehre also zurück zum Auto und zum Hotel. Dort gibt es aber weiterhin Streit und Unruhe. Ein aufgebrachter junger Mann versprüht jetzt ebenfalls Tränengas, aber mit einem dicken Rohr, das Unmengen eines flüssigen Gases verspritzt. Er trifft mich voll, ich werde total durchnässt, das Gas aber selber reizt mich nicht, ich bleibe sonderbarerweise unverletzt. Ich komme zum Hotel und sehe, wie dort auch der Täter erscheint. Er ist Hotelportier und zieht wieder seine Uniform an. Ich aber erkenne ihn und rufe: Verhaftet ihn! Er wird tatsächlich von Hotelangestellten gepackt und abgeführt. Damit sind aber meine Schwierigkeiten noch längst nicht beseitigt. Ich besuche zunächst eine Toilette, die aber sehr kompliziert ist, kaum zu verstehen. Sie ist eigentlich ein Duschraum, an der Decke sind Duschen befestigt, aus denen Wasser tropft und spritzt, das die Besucher durchnässt. Es stellt sich heraus, dass wir unser Gepäck eigentlich auf zwei Zimmer verteilt haben, ein erstes Zimmer gefiel uns nämlich nicht, wir haben es aufgegeben, aber dort noch Sachen zurückgelassen. Jetzt sollten wir also in zwei Zimmer rennen, haben aber nur noch einen Zimmerschlüssel und die Zimmernummer des ersten Zimmers vergessen. Auf dem Weg zum zweiten Zimmer kommen wir durch einen riesigen Innenhof, in welchem die Teilnehmer eines Kongresses durch viele Buffets und Küchen verpflegt werden. Man hält mich auf, bietet mir Fleischstücke an und will, dass ich auch esse. Ich eile aber weiter, durch Gänge und Stockwerke, finde aber das Zimmer nicht. Ich gelange in den alten Teil des Hotels, der grosse schwere mehrteilige Türen aufweist, die sich nach allen Richtungen automatisch und unkontrolliert öffnen und den Durchgang gefährlich machen. Ein Hoteldiener rettet mich und führt mich sicher zur Reception zurück. Die Lage ist hoffnungslos, es ist nicht zu sehen, wie ich in zum Gepäck und zu einem Wagen komme. Das beste wäre, noch eine Nacht zu bleiben und alles in aller Ruhe abzuklären. Aber wie soll das gehen, wenn mein kleiner Bruder draussen am Strassenrand wartet. Wartet es überhaupt noch, oder ist er wohl schon auf eigene Faust losgezogen. Wie kann er seine Eltern finden, in der Riesenstadt, bei Nacht? Und sind die Eltern nicht inzwischen bereits abgeflogen? Nichts geht mehr.