Mittwoch, 20. Mai 2015


Wir sind im Militär, in einem Büro, sehen auf einem Tisch ein Handbuch für die Truppenführung. Es ist auf einer Seite geöffnet, auf welcher sich Hinweise befinden, wie die Armee lesbenfreundlich arbeiten kann. In einer Liste von möglichen Massnahmen lesen wir: Übernachtungen in schwerem Terrain.

Montag, 11. Mai 2015


Es ist Nacht, wir schlafen in den weiten Räumlichkeiten des Regierungsgebäudes in einem grossen vergoldeten Prunkbett, das drei Meter breit und vier Meter lang ist. Ein Kollege erscheint, er hat einer Frauengruppe aus seiner Kleinstadt eine Führung versprochen, die nun stattfindet, eigentlich gegen alle Vorschriften und ganz sicher auch gegen den Willen der Sicherheitskräfte. Der Kollege hat aber die Schlüssel zu einem Seiteneingang und bringt die Frauen herein, die sich in einem Nebensaal versammeln und ihrem Wohltäter Keramik überreichen, die sie selber gemacht haben. Da jede der ungefähr dreissig Frauen mehrere Vasen, Teller, Tassen oder Kerzenständer mitbringt, ergibt sich eine Ummenge von Geschenken, die der Einfachkeit halber auf den Boden gestellt werden und hier wohl auch vorübergehend bleiben müssen, denn der Kollege kann sie ja unmöglich gleich mitnehmen. Ich steige aus dem Bett, hülle mich wie ein Römer in das weisse Bettuch und begrüsse ohne grosse Begeisterung die Frauen, die enttzückt sind vom prächtigen Bett. Eine besonders Mutige und Unternehmungslustige legt sich auch gleich ins Bett hinein und sagt, sie könnte auch gleich hier übernachten. Zwei der Frauen sind Musliminnen und tief verschleiert. Sie sind aber äusserst interessiert an unserer Arbeit und haben sich gleich vor einen PC gesetzt, den sie nun für irgendwelche Abfragen benutzen, wobei sie auch über den Bildschirm ein Tuch geworfen haben und durch dieses Tuch hindurch auf die Anzeigen sehen müssen. Es sind nun plötzlich auch ihre Begleiter da, zwei orientalisch aussehende Männer in modischer westlicher Kleidung. Wir weisen auf die Frauen hin und sagen, ob diese Verschleierungen wirklich nötig seien. Sie geben sich als grosse Patriarchen und Machos und lächeln abschätzig, ja, das müsse so sein. Sie geben uns zu verstehen, dass man mit diesen Frauen nur mit äusserster Unterdrückung und absoluter Unduldsamkeit leben könne. 

Donnerstag, 7. Mai 2015


Wir machen einen Ausflug in den Alpen, kommen hoch hinauf, zu einem berühmten Aussichtspunkt, wo auch ein Hotel steht. Dann geht es wieder hinab, auf einem schmalen Weg, der der Bergkette entlang langsam ins Tal hinunterführt. Auf der gegenüberliegenden Talseite sehen wir eine gewaltige Bergkette, oben schneebedeckte Gipfel, Viertausender, dann steil abfallende Hänge bis tief hinunter Tal, wo es, auf etwa 800 Metern über Meer, Dörfer gibt. Der Weg wird schlechter, verzweigt sich, wir verlieren ihn schliesslich und geraten zuerst in kleine Mulden und Schluchten und am Ende gar in ein ganz unbekanntes langes schmales Tal mit einem See oder eigentlich einem Fluss, denn das Wasser fliesst langsam dahin. Auf einem Wanderweg erscheint ein älterer, aber kräftiger und sportlicher Herr, eine bedeutende, respekteinflössende Persönlichkeit, ein berühmter Arzt vielleicht, oder ein hoher militärischer Führer. Wir wagen es fast nicht, ihn anzusprechen, fragen ihn aber dann doch, was das für ein See sei. „Das ist der Wattensee“, sagt er kurz und fast etwas erstaunt über diese dumme Frage. Wir aber kennen keinen Wattensee. Wir fragen weiter nach dem Weg und sagen, dass wir nach Grindelwald gehen müssten. Wieso wir jetzt Grindelwald erwähnen, ist uns nicht klar, denn wir wissen ja, dass wir uns in den Engadiner Alpen befinden und eigentlich nach St. Moritz gehen möchten. Vielleicht haben wir es deshalb gesagt, weil wir denken, dass dieser Wattensee gewiss nicht im Engadin liegt, sondern eher in der Innerschweiz oder im Berner Oberland.

Mittwoch, 29. April 2015


Weites Gelände, grosse Kälte, verschneite Felder, Ausstellungshallen, verlassene Kongresszentren oder Schulen, wenige Häuser, ein seltsamer Komplex, alles ausserhalb einer unruhigen Millionenstadt. Wir haben mit unseren grossen Töchtern einen Anlass besucht, eine Ausstellung, Kunst, so scheint es. Nach Mitternacht ist der Spuk zuende, wir wollen in die Stadt zurück, es gibt eine Busverbindung, alle halben Stunden fährt ein Bus, aber vermutlich nur bis Mitternacht, später gibt es keine Verbindungen mehr. Wir beeilen uns daher, rennen am Ende mit vielen anderen, in der Dunkelheit rennen wir durch weite Felder hinüber zur Strasse, auf der die Busse verkehren, es gibt eine Haltestelle mit Wendeplatz, etwas unterhalb der Hauptstrasse. Die Zufahrt zum Wendeplatz ist tief verschneit, die Strasse ist nur noch ganz schmal, auf beiden Seiten hohe Eiswände, darin eingelassen einzelne Autos, die verschneit und eingefroren worden sind, zum Teil, so scheint es, mit ihren Insassen. Auf dieser Strasse können gewiss keine Busse mehr verkehren, sie würden steckenbleiben. Wir gehen dennoch hinab zur Station, wo natürlich kein Bus steht, wir müssen zurück, wieder hinauf, zur Haltestelle, wir sind allein, haben die Töchter verloren, hoffen aber, dass wir uns mit unseren Handys verständigen können. Jetzt gehen wir mit einigen jungen Leuten, die wir nicht kennen, die Stimmung ist nicht gut, einer von ihnen bewirft uns mit Schnee, schreit: miteinander oder gegeneinander. Wir tun sehr beleidigt, protestieren, geht es noch, sagen wir, der junge Mann lässt von uns ab, geht friedlich weiter neben uns. Wir kommen an einem Vergnügungszentrum vorbei, in dem noch eine kleine hässliche billige Achterbahn in Betrieb ist, kommen zur Haltestelle, sehen, dass kein Bus mehr fährt, es wird sehr schwierig sein, jetzt noch in die Stadt zu gelangen. Von den Töchtern ist nichts zu hören, aber irgendwo werden wir sie sicher wieder finden, wenn wir nur Geduld haben. 

Freitag, 17. April 2015


Es ist Silvesterabend. In der ganzen Stadt ist viel los, überall sind Leute unterwegs, alle Beizen sind voll. Wir essen in einer grösseren Gruppe an einem langen Tisch, der im Eingangsbereich eines Restaurants in einer hohen Halle steht, die auch als Durchgang zwischen zwei Gassen dient. Versammelt sind unsere Familie, Mutti, Vati, mit Nachbarn und Bekannten. Ich bin etwa zwölf oder dreizehn Jahre alt. Wir sitzen auf einer Bank in einer Reihe. Uns gegenüber nehmen andere Gäste Platz. Gegenüber der Mutter nimmt überraschenderweise mein Grossvater Platz, mit dem wir seit langem nicht mehr verkehren. Mutti erkennt ihn gar nicht, denn er sieht recht gut und rüstig aus. Schliesslich stüpft Vati die Mutti und macht sie auf ihren Vater aufmerksam. Mutti erschrickt und will nun durch eine besonders freundliche Begrüssung ihren Fehler gutmachen. Beide stehen auf und küssen sich über den Tisch hinweg. Der Grossvater wischt sich Tränen aus den Augen. Später steht Mutti hinter dem Grossvater an der Wand und redet mit ihm. Wir essen recht gut, es wird uns etwas in Pfannen serviert, Spätzli oder sowas, mit viel Käse und Fleisch. Es wird noch ein Supplement serviert werden, und bis dahin verlassen alle den Tisch um draussen zu rauchen. Ich bleibe alleine zurück und muss nun den langen Tisch gegen neue Gäste verteidigen, die verzweifelt nach einer Sitzgelegenheit suchen und glücklich auf den leeren Tisch zuströmen. Ich weise darauf hin, dass der Tisch besetzt sei, und zeige auf die Taschen und Jacken, die noch an den Stühlen hängen. Die Leute werden böse und ziehen verärgert weiter. Einmal erscheint eine Blinde, ihr langer Stock zeigt direkt auf mich. Ich muss ihn abdrehen, worauf auch die Blinde weiterzieht. Ein etwas komischer Herr, den ich auch abgewiesen habe, steht herum und beobachtet hämisch grinsend meine Bemühungen. Er ist gediegen angezogen, gewiss ein gutverdienender Alternativer. Nun raucht ein anderer direkt neben mir. Ich erkläre ihm, dass er hier nicht rauchen dürfe, was er missgelaunt zur Kenntnis nimmt. Unsere Gesellschaft aber kehrt noch nicht zurück, und wir warten weiter vor unserem Tisch. Vermutlich unterhält sich jetzt Mutti mit ihrem Stumpen rauchenden Vater über die Familienangelegenheiten, die zur Trennung geführt haben. Wieder strömen Menschen an mir vorbei. Einmal stürzt eine junge Frau zu Boden, es sieht fast so aus, als hätte ich ihr ein Bein gestellt. Sie ist aber über eine Tasche gestolpert und geht weiter, ohne dass ich von ihr oder ihrer Gruppe Vorwürfe gehört hätte. Nun entspannt sich auch langsam die Lage, weil einzelne Gäste aufbrechen und es freie Tische gibt.

Mittwoch, 8. April 2015


Dann bin ich auf dem Arbeitsweg, ich gehe zu Fuss, weil es Fasnacht ist und die Trams in den grossen Menschenmengen nicht vorwärts kommen. Beim ersten grossen Platz, den ich überqueren muss, treiben Fasnachtscliquen Unfug mit Passanten. Es sind etwa drei Meter hohe Gestalten, ganz in weiss, die Gespenster darstellen und durchaus bedrohlich wirken. Ich gehe schnell weiter, will nicht Opfer dieser Erscheinungen werden. Ich mache einen Umweg und komme in eine seltsame Gegend. Auf einer grossen Baustelle streiten zwei Arbeiter. Wieder muss ich ausweichen, ich klettere über allerlei Balken und Zäune und komme am Ende in einen verwahrlosten Hinterhof einer Abbruchliegenschaft. Eine ältere Frau, struppig, schmutzig, hässlich, rennt schimpfend herum. Sie wird von einem grossen, schwarz-weissen Hund verfolgt, der sie aber nicht beissen, sondern nur vertreiben will. Eine weitere Frau taucht auf, eine junge, erregte Person, wahrscheinlich eine Hausbesetzerin, auch sie wird offenbar von jemandem verfolgt und ist in irgendwelche Konflikte verwickelt. Ich ergreife zu meinem Schutz vorsorglicherweise eine Stange und schwenke diese herum, worauf Frauen und Hund verschwinden. Nun sollte ich weiter, aber wo es hier in diesem Chaos ein Durchkommen gibt, ist nicht zu sehen.

Freitag, 3. April 2015


Wir kommen, nach einer Wanderung, auf einen Bahnhof irgendwo zwischen Schaffhausen und Winterthur und würden nun gerne nach Winterthur fahren, nach Hause. Es ist drei Uhr nachmittags, aber es scheint keine Verbindung mehr zu geben. Die Station ist unbesetzt. Es fahren aber Züge vorbei, es halten auch Züge, und die Kondukteure gehen mit ihren roten Taschen auf den Perrons auf und ab. Sie erklären uns, dass es eine Verbindung gebe, aber erst um 23 Uhr, die nur zu den Vororten führe. Wir könnten demnach in Wülflingen oder Töss aussteigen, was für uns sehr unbequem wäre. Später haben wir die Idee, doch einfach einen anderen Zug zu nehmen und nach Zürich oder Schaffhausen zu fahren, von wo es dann sicher Verbindungen geben wird. Dazu wäre aber ein neues und gewiss teureres Billet nötig. Wir fahren schliesslich nach Zürich, was aber auch mit Schwierigkeiten und langen Wartezeiten verbunden ist.