Dann
gleich darauf mit Frau von ***. Wir sind mit ihr an irgendeiner Tagung oder
Versammlung, in einem Elendsquartier, in welchem sich aber auch ein gutes Hotel
befindet. Wir selber sind in alten schmutzigen Hallen untergebracht, schlafen
in grossen Gruppen auf Matratzen. Wir spazieren abends noch ziellos herum,
kommen uns dabei plötzlich näher, suchen sogar eine dunkle Ecke, um unser
Zusammensein besser geniessen zu können. Wir sehen in allerlei Hauseingänge
hinein, in Schuppen und Hütten, finden eine mit Stroh gefüllte Höhle, in der
sich aber auch wie überall Leute befinden. Es ist schon Mitternacht.
Schliesslich sitzen wir in heftigem Petting begriffen auf einer Laderampe. Frau
von *** sagt, sie spüre das Tier in sich und würde Liebe machen, wenn es denn
nur ginge. Das bringt uns in eine gewisse Verlegenheit, denn wir sind ja alt
und haben unsere Altersbeschwerden, Verkehr ist uns nicht mehr ohne weiteres
möglich. Jetzt aber haben wir, wie man so schön sagt, einen Ständer und
fingerlen ungehindert zwischen ihren Beinen. Jetzt aber fährt ein Kamerateam
vorbei, auf dem Heimweg von Aufnahmen. Sie suchen aber offenbar noch weiteres
Material und filmen auch uns. Wir erstarren. Schliesslich geraten wir auf die
Idee, ein Hotelzimmer zu mieten. Das ist zwar teuer, aber angesichts der guten
und grossen Sache, auf die wir vergebens schon über zwanzig Jahre gewartet
haben, vertretbar. Wir trennen uns, damit ich das Zimmer alleine buchen kann.
Ich gerate aber vor dem riesigen Hotel auf Abwege, verirre mich, zusammen mit
TV-Leuten, vor dem Eingangsbereich. Ich gerate in Wasserbassins, die etwa einen
Meter tief sind, und muss diese durchqueren. Es ist nicht zu sehen, wie ich
jetzt zu einem Zimmer kommen könnte.
Samstag, 8. Februar 2014
Donnerstag, 6. Februar 2014
Ich bin Soldat und übernachte mit meiner
Kompanie in einem Kantonnement. Wir haben unser Gepäck deponiert und richten
die Lagerstätten ein. Zwei sehr aggressive Kameraden bedrohen mich mit Scheren
und Messern. Ich habe keine Ahnung, warum sie so eklig tun, und fürchte mich,
denn es scheint, als würden sie keine Grenzen respektieren und mich verletzen.
Da erscheinen Unteroffiziere und greifen zu meinen Gunsten ein. Die zwei Kerle
werden in die Schranken gewiesen und dürfen fortan keine Dinge mehr anfassen,
mit denen sie mir etwas anhaben können. Ich sehe aber, dass sie weiter
Rachegedanken haben und überlegen, wie sie mir schaden könnten. Etwas
Erleichterung bringt ein Befehl, der einen der beiden sofort für Monate an
einen anderen Ort versetzt. Der andere Bösewicht allerdings schläft direkt
neben mir. Ich denke, dass ich in den nächsten Tagen versuchen werde, den
Schlafplatz zu wechseln. Es gibt weiter hinten sehr viel ruhigere Plätze, wo
brave gute Kameraden schlafen. Warum man hier auf mich so böse ist, ist mir
ganz unerklärlich. Jetzt erhalten wir noch Bettwäsche, einen Schlafsack aus
weissem Leinen, den man uns ans Kopfende legt und den wir, schon liegend, auf
eine komplizierte Weise ausrollen müssen. Man hilft mir, zeigt mir, wie das
geht. Dann kommen, weil wir keine Pijamas bei uns haben, auch noch Nachthemden,
ganz lächerliche Kleidungsstücke, mit einer Stickerei auf dem Oberteil, und
hinten offen, ganz wie in einem Spital. Lange finde ich keinen Schlaf, weil ich
weitere Anschläge befürchte. Man könnte mich, denken wir, mit einer langen
harten Nadel durch das Ohr erstechen. Ich erwache, glaube aber noch lange
Sekunden lang, noch immer Rücken an Rücken neben einem unversöhnlich bösen
Feind zu liegen.
Montag, 3. Februar 2014
Versammlung
auf dem Platz vor dem grossen Palast, die staatstragenden Schichten haben sich
in der Stunde der Gefahr zusammengefunden und demonstrieren stumm für den
weiteren Bestand des Staates. Dieser ist in Gefahr, es drohen vernichtende
Anschläge, wir denken, dass ein entführtes Grossflugzeug auf den Palast stürzen
könnte und wählen vorsichtigerweise einen Platz, der uns erlauben würde, durch
eine Seitenstrasse zu fliehen, wenn es denn überhaupt möglich ist, einem
anfliegenden Flugzeug zu entkommen. Es kommt aber kein Flugzeug, sondern ein
anderes Objekt, eine Art Eule aus Metall, die aussieht wie ein Scherzartikel
oder Kunstwerk, aber doch wohl auch gefährlich sein könnte. Es ist ein etwa
zwei Meter hoher Vogel, der, so hören wir, von Aktivisten in der Befreiten
Autonomen Zone hergestellt worden ist. Das Ding fliegt herbei, ohne mit den
Flügeln zu schlagen, sondern mit einer Art Raketenantrieb, und setzt sich auf
den Palastplatz, neben die Demonstranten, und etwas hebt wieder ab, ein
kleineres Metallteil, eine Art Lampe oder Brenner, es steigt in die Lüfte und
setzt sich auf den Kopf einer Frau. Es ist dies eine hohe Chefbeamtin, die nun
eine Art überdimensionierten Hut trägt, in welchem etwas brennt, eine starke
Flamme, eine Höllenflamme, denken wir und weichen zurück, in die Seitenstrasse,
wollen lieber nicht sehen, was da weiter geschieht, gewiss ist, dass der Staat
in grosser Gefahr oder doch wohl schon total verloren ist.
Samstag, 25. Januar 2014
Dann wieder sind wir Gemeindepolitiker in einer
ländlichen Gemeinde. Man hat uns die lästige Aufgabe übertragen, nach einem
Standort für ein Jugendhaus zu suchen. Wir versuchen, diese Aufgabe zu lösen,
indem wir Schülern sagen, sie sollten doch in ihrer Nachbarschaft fragen, ob es
Leute gebe, Bauern vielleicht, die uns eine Scheune oder irgendeine Liegenschaft
überlassen würden. Wir glauben von allem Anfang an nicht an einen Erfolg und
wären nicht unglücklich, wenn es keine Lösung geben würde. Wir sind daher sehr
erstaunt, als die kleinen Knirpse uns kurz darauf gleich eine ganze Reihe von
Angeboten nennen. Das wird uns nun leider viel Arbeit geben. Wir müssen diesen
Hinweise nachgehen, mit allen Leuten reden und sehen, ob eines der Angebote
brauchbar ist.
Montag, 20. Januar 2014
Einmal sollten wir die Stellvertretung für einen
Lehrer übernehmen, für eine Singstunde, für die auch die Eltern eingeladen worden
sind. Wir können nicht singen, kennen kein Lied, haben keine Unterlagen und
befürchten daher eine grosse Peinlichkeit. Wir fahren zum Schulhaus, zu Fünft
in einem kleinen Auto, auf dem Dach haben wir auch noch das Fahrrad des Lehrers
aufgeladen. Wir biegen falsch ab, kommen auf eine zweispurige Einbahnstrasse,
wo auf einer der beiden Spuren auch noch ein Tram fährt. Unter den
Verkehrsteilnehmern herrscht eine Riesenaufregung, der Verkehr staut sich, man
schreit, lässt uns aber wenden, sodass wir zurückfahren können. Auf der
Weiterfahrt verlieren wir kurz vor dem Schulhaus das Fahrrad. Wir parkieren und
wollen es holen, zu Fuss. Es ist aber bereits völlig kaputt, nur noch der
Rahmen liegt da, die Leute haben es aus Rache für unsere Irrfahrt zerstört. Was
jetzt, müssen wir vielleicht dem Lehrer auch noch das Fahrrad ersetzen. Und was
ist mit der Singstunde, sie hätte schon längst beginnen sollen.
Freitag, 10. Januar 2014
Wir
sind mit einer Reisegruppe unterwegs, reisen mit vielen anderen Menschen in
einer riesigen Kabine, einer Art von Grossraumflugzeug oder Theater. Wir sitzen
in Reihen auf bequemen, aber engen Polstersesseln, ich mit einer schönen
Reisegefährtin, mit der sich etwas Konkretes anzubahnen scheint, ganz aussen an
der Wand. Wir müssen, um zu einem der Gänge zu kommen, an einigen weiteren
Menschen vorbei, sitzen also alles in allem recht ungestört. Zwischen uns hat
sich ohne viele Reden allein durch Blicke und Lächeln ein geheimes
Einverständnis entwickelt. Etwas wird zwischen uns geschehen, wo aber und was
aber ist mir nicht klar, es fehlt doch wirklich an einer Gelegenheit. Meine
Gefährtin aber ist viel kühner und entschlossener, als ich es mir dachte. Sie
hat Präservative bei sich, nimmt eines heraus, öffnet es und will es mir
überstülpen, das schon mal zur Vorbereitung für das, was geschehen wird, wenn
das Licht ausgeht. Ich bin leicht geschockt, weitere Reisegefährten können
nämlich ganz gut sehen, was wir machen, und unter diesen befindet sich ja auch
meine Frau, die weiter rechts sitzt und von Zeit zu Zeit zu mir hinüberschaut.
Ich bin aber hilflos und kann mich nicht wehren, mein Glied ist steif, die
kleine Schönheit neben mir ganz schamlos und geil. Nichts wird unsere kühne und
skandalöse Vereinigung verhindern können, wenn es jetzt dann gleich dunkel wird
und die Reisenden schlafen werden. Das Weibchen ist ein Mischwesen,
zusammengesetzt aus alten Bekannten.
Freitag, 3. Januar 2014
Ich
befinde mich auf dem ***platz, zusammen mit einem Bekannten, der nicht näher
identifizierbar ist, ein Kollege, Schulkamerad, fast schon Freund. Hinter uns
eine grosse Menschenmenge, die sich, da es Gebetszeit ist, niederwirft, alle
auf den Knien, die Stirn am Boden, dies gemäss den Vorschriften nach einer ganz
bestimmten Himmelsrichtung ausgerichtet. Wir haben nichts mit dieser Religion
und diesen Gebeten zu tun, halten es aber für gefährlich, jetzt einfach weiter
vor diesen Menschen zu stehen oder wegzugehen. Wir werfen uns gleichfalls
nieder, ich in der Richtung, in der sich auch die anderen Menschen
niedergeworfen haben, mein Kollege unvorsichtigerweise in der Gegenrichtung,
mit Blick auf die Betenden. Das ist eine schwere Verletzung der Vorschriften,
es kommen Aufseher, die ihn packen und ihm gemäss dem für ein solches Vergehen
festgelegten Strafmass vor der versammelten Menge fünfzig Peitschenhiebe
versetzen. Die Aufseher haben schwere Peitschen, schlagen aber glücklicherweise
nicht mit voller Kraft drauflos und lassen dem armen Teufel zudem die Kleider
am Leibe, so dass er, so nehmen wir jedenfalls an, die Bestrafung ohne schwere
Schäden überleben wird.
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