Schreckliche Geschichte am Arbeitsplatz. Ich
bin doch ein geachteter und beliebter Kollege, jetzt aber unterläuft mir ein
unbegreifliches Missgeschick. Ich gehe aus dem prächtigen Amtsgebäude und muss
plötzlich ganz dringend auf die Toilette. Wenn ich nicht in die Hosen machen
will, muss ich sofort handeln. Ich versuche, mich hinter den beim
Eingangsportal in zwei Reihen parkierten Autos zu verstecken, lasse die Hosen
runter und lasse hockend eine grosse Portion schönen braunen Stuhl liegen. Es
scheint, dass ich dabei doch beobachtet worden bin, denn es folgen peinliche
Befragungen und Untersuchungen zu diesem skandalösen Vergehen. Der Rechtsdienst
schaltet sich ein, mit grossen Vorwürfen, hat aber eigentlich keine Mittel, um
gegen mich etwas zu unternehmen. Aber der Imageverlust ist riesig und
unwiederruflich. Die Kollegen und Kolleginnen wollen in Zukunft nichts mehr mit
mir zu tun haben. Ich bin erledigt, wie man so schön sagt. Es ist, wie wenn ich
noch etwas viel Schlimmeres gemacht hätte. In der Folge habe ich ein langes
Gespräch mit einem Kollegen, den ich immer wegen seiner Klugheit und Vernunft
geschätzt habe. Ich lege ihm nochmals ausführlich meinen Standpunkt dar.
Selbstverständlich hätte ich keine böse Absicht gehabt! Er redete auch viel,
begreift mich aber und will vermitteln. Es kommt nochmals zu einer Ausprache
mit dem Rechtsdienst und anderen Kollegen, dieses Mal im Freien, in einem
einfachen Gartenrestaurant. Andere Gäste wollen sich auch an unseren Tisch
setzen, müssen aber weggewiesen werden. Mittlerweile muss ich wieder auf die
Toilette. Diese ist aber sehr primitiv. Hinter der Türe fliesst nur ein
schmales Bächlein, in das man pissen kann. Ich habe aber wieder Kake und setze
diese neben das Bächlein. Vor der Türe steht bereits ein Herr, der sehr
ungeduldig an die Türe klopft. Ich gehe hinaus und entschuldige mich bei ihm
für die Beschmutzung. Ich konnte mich hier auch nicht richtig reinigen und habe
nun vielleicht noch Spuren in der Hose, die stinken könnten. Ich frage beim
Herumgehen, ob ich vielleicht stinken würde. Ja, sagt man. Es gibt nichts zu
machen. Die guten alten Zeiten sind vorbei, die Leute haben ihre Meinung
gemacht, man kann sie nicht mehr davon abbringen. Ich werde aber weiterhin
meine Aufgaben erledigen, aber mit einem Makel, als Aussenseiter, der
Unentschuldbares gemacht hat.